Im Oktober 1950 trafen sich einige Jungen im Ladenlokal Kaufhold und überlegten, ob man nicht auch in Schwerte eine Gruppe der Georgspfadfinder gründen sollte.


Am 01.11.1950 kam die vorläufige Anerkennung von der Deutschen Pfadfinderschaft St. Georg "Land" Paderborn, und am 22.04.1951 dann die offizielle Anerkennung als Stamm Schwerte im "Gau" Hellweg.

Erster Stammesleiter war Leo Rothenberg.
Als Heim diente ein Raum im "Vatikan", dem kirchlichen Vereinshaus. Das zarte Pflänzchen gedieh in den Folgejahren prächtig.

1952 fand das erste Stammeslager mit zwei Gruppen statt.

1953 fuhren Pfadfinder aus Schwerte zum Weltreffen (Jamboree) der Pfadfinder in Kandersteg/Schweiz. Mitte der 60er Jahre gab es (wie andernorts auch) leichte Schwächeerscheinungen - die 68er Jugendrevolte kündigte sich an.

Mit dem Stamm Schwerte ging es dann aber wieder bergauf. Mit dazu beigetragen hat der 1967 neu eingeführte Kurat, Hans-Heinz Riepe. Zunächst aber verlor der Stamm sein Heim, denn der "Vatikan" wurde abgerissen. Für einige Jahre hausten die Pfadfinder im Luftschutzkeller der Vikarie Körnerstraße 3, bis dann Anfang der 70er Jahre einige Räume in der Hagener Straße angemietet werden konnten.

Das war auch dringend notwendig, denn der Stamm wuchs auf gut 100 Mitglieder; nicht zuletzt deshalb, weil inzwischen auch Mädchen in den Gruppen mitmischten, die bis dato nur den Jungen vorbehalten waren. Zunächst waren nur die Rovergruppen (ab 16 Jahre) koedukativ, in den folgenden Jahren dann auch die Gruppen der Pfadfinder und Jungpfadfinder. Wölflinge gibt es in Schwerte erst seit Anfang der 90er Jahre.

Was es in den ganzen Jahren an spannenden Unternehmungen und kreativen Ideen gab, kann hier in Kürze nicht dargestellt werden. Die Berichte darüber füllen nämlich inzwischen knapp 40(!) dicke Chroniken, eine einmalige Dokumentation über die Geschichte einer Jugendgruppe.

Einen entscheidenden Schritt nach vorne gab es 1979: Wir konnten in neue Räume im ehemaligen Reichsbahnausbesserungswerk in Schwerte-Ost umziehen.
Es war eine verwahrloste aber geschichtsträchtige Baracke, die wir da von der Bahn mieten konnten:
Eine Baracke, die auf dem Boden des ehemaligen Außenlagers Buchenwald steht, wo Zwangsarbeiter im damaligen Ausbesserungswerk arbeiten mußten.

Eine geschichtliche Beleuchtung des Ausbesserungswerkes ist hier zu finden.

Der geschichtliche Hintergrund unseres Heimes hat uns auch inhaltlich beschäftigt.
Ein Besuch des Archivs im ehemaligen KZ Buchenwald hat 2003 ein wenig mehr Licht ins Dunkel gebracht, jedoch die genauen Hintergründe nicht komplett beleuchten können.

Als 1987 der Mietvertrag auslief, gelang es uns mit Hilfe der Stadt Schwerte, die Baracke und das dazugehörige Gartengelände zu kaufen.
Ein eigener Vermögensträger-e.V. wurde gegründet, und bis 1996 gab es umfangreiche Sanierungs- und Umbaumaßnahmen.

Heute ist unser Heim ein Schmuckstück und die Basis für die quicklebendigen Gruppen, die von hier aus immer wieder zu spannenden Fahrten, Lägern und Aktionen starten.

Im August 1997 z.B. ist ein erster Besuch in unserem Partnerschaftsprojekt in Ghana durchgeführt worden. Wie gesagt, der Platz reicht nicht, um alle Aktivitäten hier zu schildern. Deshalb die herzliche Einladung bei unserem jährlich stattfindenden "Tag der offenen Tür" hereinzuschauen.